Wieso ich dein Manuskript gerne nackig haben möchte


Klingt wild? Ein bisschen.
Aber es klingt schlimmer, als es ist.

In meinen Briefinggesprächen kommt regelmäßig dieselbe Frage auf: Wie soll man mir eigentlich das Manuskript zukommen lassen?

Die Antwort darauf ist ganz leicht, auch wenn sie seltsam klingt: Bitte so nackig wie nur möglich!

Ich weiß, dass es in den Fingern juckt, vieles bereits vorzubereiten, ein bisschen aufzuhübschen.
Ja, vielleicht wolltest du die Seitenzahlen schon einfügen, Leerzeilen anpassen oder Kapitel formatieren oder gar Grafiken einfügen.

Aber wenn ich ehrlich bin, mag ich es dann doch lieber nackt.

Ja, aber was meine ich denn eigentlich genau damit?

Ein nackiges Manuskript ist keineswegs chaotisch.
Es bedeutet einfach, dass du dir nicht die Mühe machen solltest, deinen Text schon wie ein fertiges Buch aussehen zu lassen.
Auch, wenn das verlockend sein mag, funktioniert professioneller Buchsatz später komplett anders.

Viele Formatierungen, die in Word oder anderen Schreibprogrammen erst einmal sinnvoll wirken, sorgen im eigentlichen Satzprozess eher für zusätzliche Arbeit, weil sie später wieder entfernt oder korrigiert werden müssen.
Und das kann natürlich auch eine zeitliche Verzögerung nach sich ziehen.

Falls du dein Manuskript schon formatiert bei mir oder einem anderen Dienstleister für den Buchsatz abgeliefert hast, bedeutet das übrigens nicht, dass du etwas falsch gemacht hast. Die meisten Autoren wissen schlicht nicht, wie der Buchsatz später überhaupt funktioniert.
Und das ist überhaupt nicht schlimm.

In meinen Briefinggesprächen kläre ich dich darüber auf, und hier kannst du jederzeit Fragen stellen, falls etwas unklar ist.
Natürlich kannst du dich auch nachträglich noch einmal bei mir melden und ich unterstütze dich dabei.

Damit du bestens vorbereitet bist, erkläre ich dir jetzt ausführlich, was du gerne schon selbst machen darfst – und was du besser lassen solltest.

Fühl dich frei …

Mit folgenden Dingen kannst du mich sogar unterstützen – und somit auch dein Buch.

  • sauber gesetzte Absätze
    Das ist sogar sehr wichtig! Ohne deine vorher gesetzten Absätze wäre deine Geschichte ein einziger Textblock, bei dem niemand weiß, wo er beginnt, und wo er aufhört.

  • klar markierte Kapitel
    Es reicht, wenn du beispielsweise Kapitel 1, oder aber den POV-Namen über deinen Text schreibst. Wichtig ist nur, dass ich ihn klar erkennen kann.

  • Szenentrenner
    Kleine Sternchen, ein Strich oder aber einfach eine Leerzeile sind völlig in Ordnung und helfen mir dabei, die Übersicht zu behalten und dein Buch so zu gestalten, wie du es möchtest.

  • Markierungen für Kursiv/Fett
    Wenn du bestimmte Wörter oder Sätze in deinem Text später hervorheben möchtest, solltest du diese entsprechend markieren. Auch Zitate, die du zum Beispiel gerne in einer Handschrift habe möchtest, sollten entsprechend gekennzeichnet sein. Das erleichtert mir das Arbeiten und es werden Nachfragen vermieden, die den Prozess unnötig in die Länge ziehen können.

  • eine generell ordentliche Struktur
    Das sollte selbstverständlich sein, aber da mache ich mir bei dir keine Sorgen.

Worauf du eher verzichten darfst

Hier kommt der Teil, bei dem Buchsetzer innerlich manchmal kurz weinen 😄 Das klingt böse, aber es erschwert uns die Arbeit teilweise enorm und zieht häufig einen Rattenschwanz an Fehlern nach sich, die im Nachhinein korrigiert werden müssen.

Zum Beispiel:

  • doppelte oder dreifache Leerzeichen

  • händisch gebaute Abstände

  • zehn Leerzeilen hintereinander

  • Tabulator-Konstruktionen

  • manuelle Seitenumbrüche überall

  • wilde Schriftart-Mischungen

Nichts davon ist schlecht, aber ein professioneller Buchsetzer arbeitet in einem speziellen Satzprogramm, das ganz anders als ein Schreibprogramm funktioniert. Und da sind solche Formatierungen eher hinderlich als hilfreich.

Was mache ich eigentlich mit dem nackigen Manuskript ?

Gute Frage.
Ich fertige mit deinem Manuskript eine Master-Datei an, mit der ich anschließend in InDesign arbeite. Dort erledige ich alle Feinheiten und mache deine Geschichte zu einem richtigen Buch.

Buchsatz ist mehr als „Text hübsch machen“

Das unterschätzen tatsächlich viele.

Ein guter Buchsatz beeinflusst zum Beispiel:

  • Lesefluss

  • Lesekomfort

  • Orientierung auf der Seite

  • Ermüdung beim Lesen

  • die allgemeine Wertigkeit eines Buches

Leser merken das oft nicht bewusst. Aber sie fühlen es. Vor allem, wenn etwas nicht stimmig ist.

Manche Bücher wirken automatisch angenehm und hochwertig. Andere irgendwie „anstrengend“, obwohl man gar nicht genau sagen kann, warum.

Du musst nicht alles alleine können

Und das ist mir persönlich wirklich wichtig 😊

Gerade im Selfpublishing hat man oft das Gefühl, alles selbst stemmen zu müssen: Schreiben, Überarbeiten, Cover, Buchsatz, Marketing, Veröffentlichung …

Aber Unterstützung anzunehmen bedeutet nicht, dass du versagt hast.
Es bedeutet einfach, dass du möchtest, dass dein Buch die bestmögliche Version von sich selbst wird.
Und dass du genug Nerven für das hast, was du gerne machst: eine neue Geschichte schreiben, in die deine Leser später eintauchen und sich verlieren dürfen.

Und genau dafür bin ich da.

Falls du Fragen hast oder unsicher bist: Du darfst mich jederzeit anschreiben.
Ganz ohne Druck und Verbindlichkeit.

Zurück
Zurück

Was macht ein Buchsetzer eigentlich den ganzen Tag?